So bleibt der Weihnachtsbaum grün

Damit der Weihnachtsbaum nicht schon vor dem Fest "nackt" dasteht, sollten Sie ihn möglichst immer dort kaufen, wo er auch gewachsen ist, oder am besten kurz vor dem Fest selbst schlagen. Nach dem Transport müssen Sie das Verpackungsnetz sofort entfernen und den Baum in einen Eimer mit Wasser stellen. Das ideale Zwischenlager bis zum "Einzug" ins Wohnzimmer ist kühl, schattig und windgeschützt. Um dann beim Hereinholen einen "Temperaturschock" zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Baum ein bis zwei Tage vorher in einem Kellerraum oder im Treppenhaus an das wärmere Raumklima zu gewöhnen. Vor dem Aufstellen können Sie das Stammende noch einmal beschneiden, um eine bessere Wasseraufnahme zu ermöglichen. Der Standort im Zimmer sollte möglichst kühl und ohne direkte Sonneneinstrahlung sein. Zu empfehlen sind mit Wasser befüllbare Ständer, denn der Baum verbraucht je nach Zimmertemperatur 0,5 bis 4 Liter Wasser pro Tag.

Quelle: Gartenfreund 12/2015 Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Ein Pilzbeet anlegen!

Auf frischem und gesundem Stroh können Sie auch Austern-pilze und Riesen-Träuschlinge (im Handel als Braunkappen angeboten) kultivieren, sofern Sie damit -im Gegensatz zur reinen Strohballenkultur- ein Pilzbeet anlegen. Zunächst wird der Strohballen gewässert, anschließend aber auseinandergenommen. Das nun lose Stroh schichten Sie ca. 20 cm dick und 1 m breit auf, treten es fest und beimpfen es mit der Pilzbrut. Eine Abdeckung mit gelochter Folie schützt vor Aus-trocknung und sorgt für ein günstiges Klima. Sobald sich das Myzel sichtbar entwickelt hat, müssen Sie das Stroh mit einer etwa 3 cm dicken, kalkfreien Erdschicht abdecken. Für zwei bis drei Wochen kommt nun wieder die Plastikfolie darauf. Zeigt sich auf der Erde das weiße Myzel, muss die Folie ent-fernt werden. Halten Sie das Beet regelmäßig feucht und versehen Sie es mit einem einfachen Schutzdach, dann kann schon bald die Ernte beginnen.

Quelle: Gartenfreund Nr. 11 | November 2016

Ersteller: Jens Carstens, Stellv. Vorsitzender des Landesverbandes Schleswig-Holstein der Gartenfreunde

Stutzen wirkt Wunder!

Stutzen wirkt Wunder Beim Kauf haben Zimmerpflanzen einen kompakten, kräftigen Wuchs. Stehen sie eine Weile im Zimmer, ändert sich das oft. Die Abstände zwischen den Blättern werden größer, und die Pflanzen verlieren manchmal Blätter besonders im Winter, wenn sie unter trockener Luft und Lichtmangel leiden. Für kompakte, gut verzweigte Pflanzen ist ein heller Standort wichtig. Außerdem sollten Sie mit der Gar-tenschere nicht zu zaghaft sein, denn ein beherzter Rückschnitt kann wahre Wunder wirken: Der Austrieb wird angeregt, und an der Schnittstelle bilden sich Verzweigungen mit vielen neuen Blättern. Die Pflanze wird wieder schön dicht. Zusätzlich können Sie während der Wachstumszeit regelmäßig die Triebspitzen abknipsen oder abschneiden. Auch Pflanzen, die umgetopft werden müssen, können Sie bei dieser Gelegenheit kräftig zurückschneiden. Kürzen Sie den Gummibaum oder die Yucca-Palme, die bereits an die Decke stoßen, einfach um mindestens ein Drittel ein.

Quelle: Gartenfreund Nr. 11 | November 2016
Gartenakademie Rheinland-Pfalz

Lassen Sie es Zwiebeln!

Oft unterschätzt: das Gemüse mit den sieben Häuten

Sie schafft es, uns zum Weinen zu bringen, und doch macht sie viele Gerichte erst so richtig schmackhaft! Die. Küchenzwiebel (AIIium cepa) ist aber nicht nur lecker, sondern auch noch sehr gesund.

Beim Zwiebelanbau unterscheidet man zwei Methoden: Sommerzwiebeln werden im zeitigen Frühjahr (März) gesät bzw. gesteckt (März/April). Je nach Saattermin, Sorte und Anbauregion sind gesäte Zwiebeln ab August, das aus Steckzwiebeln gezogene Gemüse ab Juli ernte reif.

Prinzipiell gilt: Gesäte Zwiebeln sind länger haltbar als die aus Steckzwiebeln gezogene Ernte. Insbesondere die späteren Sorten sind bis in den März des Folgejahres lagerfähig.

Winterzwiebeln werden im August gesteckt. Sie verbringen die kalte Jahreszeit im Beet, reifen im nächsten Frühjahr heran und werden ab Mai/Juni geerntet. Sie sind etwas saftiger und milder im Geschmack als die Sommerzwiebeln, jedoch nur kurze Zeit lagerfähig und da · her frisch zu verarbeiten.

Um Verwirrungen vorzubeugen: Der Begriff "Winterzwiebel" bezeichnet nicht nur die oben beschriebene Anbauform, sondern ist zugleich auch die Bezeichnung für Allium fistulosum, eine Verwandte der Küchenzwiebel.

Säen und stecken

Die Aussaat der Sommerzwiebeln erfolgt auf abgetrockneten Böden in 1-2 cm Tiefe . Der Reihenabstand beträgt knapp 30 cm. Beachten Sie, dass die Abstände die Größe der Früchte beeinflussen: Je enger die Pflanzen stehen, desto kleiner werden die Zwiebeln. Vereinzeln Sie daher nach dem Aufgang der Saat die Sämlinge und räumen Sie ihnen 5 cm Abstand zum Nachbarn ein. Die Zwiebeln sind zwischen August und Oktober ernte- und genussreif.

Während sich die Sommerzwiebelkultur bei direkter Aussaat innerhalb eines das Jahres voll zieht, benötigen Steckzwiebeln vom Aussäen bis zur Ernte zwei Jahre, denn die kleinen, etwa kirschgroßen Steckzwiebeln werden nach sehr enger Aussaat im Vorjahr herangezogen. Säen Sie Ihre Steckzwiebeln aber nicht selbst aus, sondern beziehen Sie sie lieber aus dem Handel. Das verkürzt die Kulturzeit auf eine Saison und gewährleistet zudem, dass die Pflanzen nicht schossen (blühen), sondern erst einmal Zwiebeln bilden. Dafür sorgt eine spezielle Behandlung der Steckzwiebeln aus dem Handel.

Beim Stecken der Zwiebeln entsprechen die Abstände zwischen den Jungpflanzen denen des Aussaatverfahrens. Ziehen Sie entlang einer gespannten Leine gerade Rillen und setzen Sie die Zwiebelehen 3-4 cm tief in den Boden, sodass die Spitzen nach dem Bedecken mit Erde gerade noch herausschauen. Beim Angießen mit dem Schlauch oder der Kanne setzt sich die Erde und schließt mögliche Hohlräume.

Zwiebeln vorziehen

Das Vorziehen von Jungpflanzen setzt sich immer mehr durch. Gegenüber der Steckkultur bietet es den Vorzug, dass alle Kulturschritte in unseren Händen liegen. Bereits Mitte Februar können Sie im beheizten Gewächshaus oder auf der Fensterbank Zwiebeln aussäen.

Die optimale Anzuchttemperatur liegt bei 16- 18 °C In Anzuchtplatten kommen fünf bis sieben Samen in ein Töpfchen. Sobald die Zwiebeln das Dreiblattstadium erreicht haben pflanzen Sie den Inhalt eines Töpfchens am besten als "Horst" im Freiland auf einer Fläche von jeweils 30 x 30 cm aus. Das bietet den Zwiebeln ausreichend Raum, um sich unbeeinträchtigt ausformen zu können.

Tipps für die Kultur

Zwiebeln bevorzugen sandigen Lehm sowie humose und leichte Böden in sonniger und warmer Lage. Der Boden sollte abgesetzt, d.h. lange vor der Pflanz - oder Aussaatzeit bearbeitet, nicht mit Stalldung und grundsätzlich nur verhalten mit Stickstoff gedüngt worden sein. Denn Stickstoff ist ein "Wachstumsmotor" für die Bildung von Grünmasse. Er würde daher auf Kosten der Zwiebelreifung die Laubentwicklung fördern . Gleichmäßige Feuchtigkeit im Boden sorgt für ein gleichmäßiges Wachstum. Ab August begünstigt Trockenheit das Abreiten.

Zwischen dem Aussäen bzw. dem Setzen der Zwiebeln und der Ernte halten Sie unerwünschtes Begleitgrün durch Hacken und Lockern des Bodens im Zaum. Aber Vorsicht: Da Zwiebeln sehr flach wurzeln, dürfen Sie ihnen nicht zu nahe kommen. Bei der Aussaatkultur müssen Sie zwischen den Keimlingen schnell wachsende Unkräuter mühsam von Hand entfernen - ein Grund dafür, dass die Steckkultur bzw. das Vorziehen der "Zwiebelhorste" beliebter ist. Gemüseschutznetze halten Zwiebelfliege und Lauchmotte fern.

Ernte und Lagerung

Mit zunehmender Reife verlagern die Pflanzen Nährstoffe aus den röhrenförmigen Blättern in die Zwiebel. Folge: Der Scheinspross wird weich, knickt um - in der Fachsprache heißt das Schlottenknick und trocknet ein. Als Faustregel gilt: Ein Zwiebelbeet ist erntereif, wenn 2/3 des Bestandes umgeknickt und das obere Schlottendrittel vertrocknet ist. Zu viel Nässe, Kälte und hohe Stickstoffmengen verzögern den Prozess. es bilden sich "Dickhälse", die nicht weiterreifen.

Ideal ist ein trockenes Erntewetter. Dann können die aus dem Boden gezogenen und von Erdresten vorsichtig befreiten Zwiebeln auf dem Beet nachreifen. Dabei darf es aber nicht zu heiß sein, denn trocknen die Zwiebeln zu rasch, platzen die äußeren Schalen ab. Aber auch einen Regenguss dürfen sie nicht abbekommen. Im Zweifelsfalllassen Sie die Zwiebeln in flachen Steigen an einem warmen und luftigen Ort für zwei Wochen nachtrocknen.

Zur Lagerung der Ernte ist es in einigen Regionen Brauch, die dürren Blattröhren an den Zwiebeln zu belassen, um sie zu Zöpfen zu flechten. Ist das nicht geplant, entfernen Sie vorsichtig das dürre Laub, lose Schalenteile und Wurzeln - möglichst ohne Messer, um die Zwiebeln nicht zu verletzen!

Gut ausgereifte Sommerzwiebeln halten sich - je nach Lagerart und Anbau - bis zu einem halben Jahr. Für die Lagerung sind Temperaturen um 0- 2 °C, eine relative Luftfeuchtigkeit von 80% und eine sehr gute Belüftung optimal.

Quelle: Gartenfreund 3/2016 Dr. Helga Buchter-Weisbrodt

Frostschäden verhindern!

Besonders gefährlich für Pflanzen sind Kahlfröste, die ungehindert in den Boden eindringen. Scheint dann auch noch die Sonne, leiden vor allem immergrüne Pflanzen, wie Buchsbaum, Kirschlorbeer und Rhododendron. Sie verdunsten nach wie vor Wasser, können aber kein neues aufnehmen. Der Gärtner spricht dabei von Frosttrocknis.

Ostwind verstärkt dieses Phänomen noch. Schattieren Sie Pflanzen in gefährdeten Lagen mit einem Vlies und decken Sie den Boden mit einer dicken, isolierenden Mulchschicht ab. An frostfreien Tagen sollten Sie gießen.
Auch Rosen leiden unter starkem Frost. Häufeln Sie die Pflanzen mit Kompost an und decken Sie oberirdische Pflanzenteile mit Reisig ab.
Junge Obst- und Zierbäume sind vor allem durch Frostrisse gefährdet. Sie entstehen, wenn eine Stammseite durch die Sonne erwärmt wird, die andere aber im Schatten liegt.
Vorbeugen können Sie durch einen Weißanstrich der Stämme.

Quelle: Gartenfreund 12/2015 Dorothea Baumjohann, Die Grüne Kamera
29.11.2015

Zulassung für Pflanzenschutzmittel widerrufen!

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Zulassung des Pflanzenschutzmittels "Bayer Garten Kombi-Schädlingsfrei" mit dem Wirkstoff Thiacloprid widerrufen. Das Pflanzenschutzmittel wurde unter sieben weiteren Namen vermarktet.
"Bayer Garten Gießmittel gegen Schädlinge",
"Bayer Garten Kombi-Rosen-Schädlingsfrei",
"Bayer Garten Schädlingsfrei Calypso",
"Bayer Garten Schädlingsfrei Lizetan 100 ml" und
"ETISSO Schädlings-frei SC".

Der Widerruf erfolgte auf Antrag der Firma Bayer. Die Produkte dürfen noch bis zum 21. Februar 2016 verkauft werden. Für Anwender gilt eine Aufbrauchfrist bis zum 21. Februar 2017. Andere Pflanzenschutzmittel mit Thiacloprid und teilweise ähnlichen Bezeichnungen, z. B. "Bayer Garten Schädlingsfrei Calypso Perfekt AF" und "Bayer Garten Zierpflanzenspray Lizetan Plus" sowie alle anwendungsfertigen Produkte mit Thiacloprid bleiben auf dem Markt.

Quelle: BVL

Letzte Handgriffe: Sieben Schritte zum winterfesten Garten

Die Gartensaison nähert sich langsam ihrem Ende, wenn es kälter und regnerischer wird. Aber viele Hobbygärtner mögen gerade diese Zeit. Denn jetzt gibt es einiges zu tun.

Die Gartensaison nähert sich langsam ihrem Ende, wenn es kälter und regnerischer wird. Aber viele Hobbygärtner mögen gerade diese Zeit. Denn jetzt gibt es einiges zu tun.

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken. Das Laub der Bäume verliert seine satte grüne Farbe und taucht sich in Gold und Rot: Das sind die Startzeichen für die letzten Arbeiten im Garten. Winterfest wird er in sieben Schritten:

1. Schneiden: Im Herbst wird noch einmal zur Schere gegriffen. Aber verblühte Stauden und Gräser brauchen nicht wie im Frühjahr einen kompletten Rückschnitt. "Mit dem Ordnungsschnitt reduziert man lediglich das, was zu hoch geworden ist oder was den eigenen Ordnungssinn stört", erklärt Erika Brunken, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie in Bad Zwischenahn. Zu lange Triebe sollten auf etwa Kniehöhe eingekürzt werden.

Verblühte Stauden und Gräser haben bei Frost nicht nur einen hohen Zierwert, wenn der Raureif sich auf sie legt. Nützliche Insekten verstecken sich auch gerne in hohlen Stängeln und Samenkapseln. Die Pflanzen sollten deshalb laut Brunken schon aus ökologischen Aspekten so lange wie möglich auf den Beeten bleiben. "Außerdem sind die Abräumarbeiten im Frühjahr viel leichter zu erledigen als im Herbst. Viele Triebe sind getrocknet und lassen sich wie beim Phlox dann ganz leicht wegbrechen", sagt Brunken. Hobbygärtner sollten auch Obstbäume erst zum Winterende schneiden, etwa Anfang März. Dann verschließen sich deren Wunden besser.

"Viele meinen, Rosen müssten schon im Herbst stark zurückgeschnitten werden", sagt Renate Hudak, Fachbuchautorin und Diplom-Gartenbauingenieurin aus Augsburg. Besser sei es jedoch, sie zunächst nur wenig zu bearbeiten und im Frühjahr auf drei bis vier Augen einzukürzen. So bleibe auch noch genug erhalten, falls Winterschäden weggeschnitten werden müssen.

2. Pflanzen: Der Herbst ist die ideale Pflanzzeit. "Obstgehölze und Rosen bekommt man zu diesem Zeitpunkt als frisch gerodete, wurzelnackte Ware in besonders großer Auswahl und zu günstigen Preisen", sagt Hudak. Zwiebelblumen, Ziersträucher und Stauden bilden vor dem Winterbeginn noch Wurzeln und gewöhnen sich an den Standort. Außerdem profitieren sie von der Winterruhe. Zwiebelpflanzen wie Schneeglöckchen, Tulpen und Narzissen müssen nun schnell noch im Oktober in die Erde - in einem Beet am besten nach Größe gestaffelt und möglichst in Gruppen. Denn einzeln kommen sie kaum zur Geltung.

3. Abdecken: Mulch schützt offene Flächen vor der Kälte. "Unter den Sträuchern kann Laub oder Staudenschnitt als Mulchschicht liegen bleiben", rät Erika Brunken. Das organische Material werde zu Humus, der wie ein Schwamm im Boden Nährstoffe und Wasser speichert. "Darunter bleibt der Boden wunderbar locker und fruchtbar", erklärt die Gartenexpertin.

4. Aufräumen: Laub auf dem Rasen oder auf immergrünen Bodendeckern darf nicht liegenbleiben. Sonst könne es faulen, erläutert Brunken. Doch einige unaufgeräumte Stellen sind erlaubt: "Zwischen Zweigen, in Laubhaufen und im Kompost finden Igel einen guten Überwinterungsplatz", sagt Hudak. Sie empfiehlt außerdem, Nistkästen für Vögel im Winter hängen zu lassen und sie nicht auszuräumen. Wenn es richtig kalt wird, nutzen Vögel diese als sicheren und warmen Übernachtungsplatz.

5. Reinräumen: Empfindliche Kübelpflanzen können nicht draußen bleiben. "Alle Pflanzen, die Blätter abwerfen wie Fuchsien, Granatapfel und Bleiwurz, können dunkel und bei 5 bis 10 Grad überwintern", rät Hudak. Rosmarin, Oleander und Zitronen bevorzugen einen hellen und sehr kühlen Standort. Die Expertin empfiehlt für sie einen Fensterplatz in einem ungeheizten Schlafzimmer. Hell, aber wärmer lagern Hibiskus, Schönmalven und die Bougainvillea. "Sie mögen einen Standort im Wintergarten bei 16 bis 18 Grad", sagt Hudak.

6. Check-up: Erst im Frühjahr wird wieder gedüngt. Um das richtige Produkt und die richtige Menge zu kennen, entnehmen Gartenbesitzer am besten im Herbst Bodenproben und lassen sie etwa bei den Landwirtschaftlichen Untersuchungsanstalten auf pH-Wert und Nährstoffgehalt testen. Im Laufe der Jahre werde der Boden durch sauren Regen und Abbauprozesse immer saurer, erläutert Brunken. Ist der pH-Wert gut, reiche alle zwei bis drei Jahre eine Gabe mit 150 Gramm kohlensaurem Kalk oder Gartenkalk pro Quadratmeter. "Das fördert eine gute Bodenstruktur und erhält die Bodengare."

7. Vorsorge: Manche Plage des Sommers kann über den Winter ausgemerzt werden - Schnecken etwa. Einen guten Tipp hat Buchautorin Renate Hudak: "Nach dem Abernten von Gemüsebeeten sollte man vor dem Wintereinbruch unbedingt die Bodenspalten schließen und glätten." In diesen legen Schnecken ihre Eier zur Überwinterung ab.

 

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Quelle: http://www.fnp.de/ratgeber/hausundgarten/Letzte-Handgriffe-Sieben-Schritte-zum-winterfesten-Garten;art780,251260

Verfasserin: Simone Augustin, dpa

Es ist Oktober und der erste Nachtfrost ist durch

Pünktlich zum Oktober war der erste Nachfrost in unserer Anlage zu verzeichnen. Die frostempfindlichen Pflanzen hängen die Blätter und werden unansehnlich. Farbenfrohe Blütenmeere sind vergangen. Daher gibt unsere Fachberaterin für Oktober noch die nachfolgenden Tipps. Von Gemüse ernten, über richtige Lagerung und entsprechendem Pflanzenschutz sowie Vorbereitungen fürs kommende Gartenjahr ist alles dabei.

Was geerntet wird, was stehen bleibt

Tomaten, Zucchini, Gurken und Paprika sind sehr kälteempfindlich. Deswegen müssen sie noch vor den ersten Frösten geerntet werden. Ausgewachsene Tomaten, die noch grün sind, können Sie meist ohne Probleme noch im Haus nachreifen lassen. Andere Gemüsearten wie Möhren, Sellerie und viele Kohlarten sind robuster und vertragen ohne weiteres Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Oft brauchen sie sogar noch einige Wochen, bevor sie richtig reif sind. Eine verfrühte Ernte vermindert bei ihnen Haltbarkeit und Geschmack. Sie können dieses Gemüse ohne weiteres bis in den November hinein im Boden lassen. Schlagen Sie es dann in einer Kiste mit feuchtem Sand ein. Bei Kohlköpfen müssen die Strünke nach oben zeigen. In einem kühlen Raum bleibt Ihr Gemüse so zum Teil über Monate frisch. Grünkohl und Rosenkohl schmecken erst nach einem Frost richtig gut. Vom Porree können Sie frostharte Sorten sogar noch im Frühjahr ernten.

Äpfel richtig ernten und lagern

Späte Apfelsorten können nun geerntet werden. Prüfen Sie vorher mit der "Kipp-Probe", ob die Früchte tatsächlich reif sind. Dafür dreht man eine Frucht am Baum um 90 Grad. Löst sich der Stiel leicht vom Ast ab, ist der Apfel reif. Achten Sie beim Pflücken stets darauf, dass der Stiel an der Frucht bleibt, sie bleibt dann länger lagerfähig. Lässt man übrigens pflückreife Früchte zu lange am Baum, verkürzt sich die Haltbarkeitsdauer. Sortieren Sie vor dem Einlagern und während der Lagerzeit kranke und beschädigte Früchte und solche ohne Stiel aus.

Baumschnitt

Pflaumen, Renekloden und Mirabellen lassen sich jetzt nach der Ernte gut auslichten.

Rindenmulch für Himbeeren

Im Sommer wurden die abgeernteten Himbeerruten dicht über dem Boden abgeschnitten und die Jungruten an Spanndrähten festgebunden. Diese sollte man jetzt mit Laubkompost, verrottetem Stallmist oder Rindenhumus mulchen. Das erhöht den Humusgehalt des Bodens, hält ihn feucht und unterdrückt das Unkraut. Bei den herbsttragenden Himbeersorten nach der letzten Ernte alle Ruten direkt über dem Boden abschneiden und mulchen.


Das Fallobst aufsammeln

Fallobst von Pflaumen, Birnen oder Äpfeln sollten Sie regelmäßig entfernen. Faulendes Obst bietet einer Vielzahl von Pilzen und anderen Schädlingen einen idealen Nährboden. Viele Früchte sind, auch wenn sie abgefallen sind, durchaus essbar. Von Schädlingen befallene Früchte gehören in die Biotonne und nicht auf den Komposthaufen.

Jetzt Schneckeneier aufsammeln

Im Herbst legen viele Schnecken ihre Eier. Die weichen Kugeln werden nicht einzeln abgelegt, sondern in Gelegen mit bis zu 200 Stück. Schnecken legen ihre Eier in kleine Erdhöhlen von anderen Tieren oder graben selbst welche. Häufig findet man auch Gelege unter Mulchdecken oder Laub und im Kompost. Entfernen Sie Gelege, die Sie in Ihrem Garten finden. Wenn die Jungtiere erst gar nicht schlüpfen, ersparen Sie sich im nächsten Jahr viel Ärger mit den gefräßigen Plagegeistern.

Netz gegen Kohlweißling

Der Kohlweißling fliegt immer noch umher und legt seine Eier bevorzugt an den Blattunterseiten von Wirsing, Grün- und Rosenkohl ab. Decken Sie die Pflanzen deshalb mit einem Gemüseschutznetz ab.

Knollen aus dem Boden holen

Dahlien, Gladiolen und Knollenbegonien haben frostempfindliche Knollen. Das gilt ebenso für die des Indischen Blumenrohrs (Canna-Hybriden). Deshalb müssen die Knollen jetzt ausgegraben werden. Schneiden Sie die Stängel anschließend rund 10 cm über den Knollen ab. Zum Abtrocknen werden sie einige Tage kopfüber auf eine mit Maschendraht bezogene Kiste gelegt. Danach sortiert man sie in Kisten und bedeckt sie leicht mit Sand. Damit die Knollen nicht austrocknen, sollte man besonders bei Dahlien den Sand immer leicht feucht halten.

Blumenzwiebeln stecken

Die Zwiebeln von Tulpen, Narzissen sowie Hyazinthen können noch bis in den November hinein gesteckt werden, solange die Erde nicht gefroren ist. Wichtig ist ein lockerer, durchlässiger Boden, denn Staunässe lässt die Zwiebeln leicht faulen. Setzen Sie die Blumenzwiebeln etwa doppelt so tief in die Erde wie sie hoch sind. Gerade Tulpenzwiebeln sind eine Leibspeise der Wühlmäuse, dagegen helfen Körbe aus Kunststoff oder Hasendraht.

Teichpflege

Durch Laub geraten zu viele Nährstoffe in den Teich, die spätestens im Frühjahr zu Algenwachstum führen. Wenn Sie nicht täglich Blätter abfischen wollen, hilft ein Laubschutznetz. Verspannen Sie es aber gut, damit es nicht im Wasser hängt oder eine Gefahr für Vögel und Kleintiere darstellt. Durch Schlammschichten im Teich sterben viele Teichlebewesen im Winter, denn der Schlammabbau verbraucht den lebensnotwendigen Sauerstoff. Nicht winterfeste Wasserspiele, Kleinpumpen und Dekorationen hereinholen.

Kübelpflanzen: Vorbereitung aufs Winterquartier

Pflanzen um etwa ein Drittel zurückschneiden. Weiche Blätter und Blüten entfernen, da sonst leicht Grauschimmel daran auftritt. Blätter und Triebe vor dem Einräumen mit dem bienenschonenden Spruzit Schädlingsfrei gegen Schädlinge behandeln. Tierchen in der Topferde durch einstündiges Tauchen des Ballens und anschließendem, gründlichen Abgießen entfernen. Wurzelballen vor dem Einräumen gut abtrocknen lassen. Durch Gelbtafeln lässt sich ein Schädlingsbefall gut kontrollieren. Pflanzen möglichst hell, kühl und nur leicht feucht überwintern, regelmäßig kontrollieren.

Nützlinge fördern 

Mit Reisig- und Blätterhaufen den Igeln einen Unterschlupf anbieten. Auch die Igelhäuschen sollten in Holz- Stein- oder Laubhauben integriert werden. Die blattlausfressenden Florfliegen beginnen jetzt mit der Suche nach geeigneten Überwinterungsquartieren. Bieten sie ihnen daher rote mit Stroh gefüllte Schutzkästen. 



Quelle: http://www.kgv-hellersiedlung.de/5.html

Herbstzeit ist Pflanz- und Pflegezeit im Garten

Fixierung der Triebe kontrollieren

Kontrollieren Sie jetzt alle Triebe und Stämme, welche festgebunden wurden. Oft hat das Holz den Sommer über so stark an Umfang zugenommen, so dass die Fixierung bereits Druckstellen an der Rinde hinterlassen hat. Entfernen oder lockern Sie die Befestigung, bevor sie in die Rinde einwächst und der Saftstrom abgeschnürt wird.

Gründüngung für leere Beete

Bis Anfang September können Sie noch zur Verbesserung der Bodenstruktur Bienenfreund, Winterroggen und Ölrettich aussäen. Nach dem ersten Frost oder erst Ende Februar kommenden Jahres werden die Pflanzenteile als Gründüngung flach in den Boden eingearbeitet. Gründüngung mit Phacelia bringt noch einmal Farbe im Herbst in den Garten.

Mulchen hat jetzt viele Vorteile

Wer seinen Beeten keine Gründüngung gönnt, sollte diese 4-6 cm dick mit organischem Material abdecken. So tut er seinem Boden und seinen Pflanzen etwas Gutes. Die Erde trocknet weniger aus, das Bodenleben wird gefördert, Unkraut unterdrückt und die Erde wird nicht verweht. 
Sie können zum Mulchen Holzhäcksel, Stroh, Comfrey-, Spinat- oder Rhabarberblätter sowie Rasenschnitt verwenden. Allerdings müssen Sie dann vorher etwas kalken und düngen, da das Verrotten der Mulchmasse dem Boden Nährstoffe entzieht.
Das entfällt bei Rindenhumus aus dem Gartencenter. Der ist aufgekalkt und mit Dünger angereichert.

Jetzt Bentonit streuen

Der Herbst ist ein günstiger Zeitpunkt, um im Garten Bentonit auszustreuen. Das ist ein Steinmehl aus fein gemahlenem Ton (von Neudorf 10kg ca 13€). Es wird vorzugsweise auf leichten Sandböden ausgebracht. Diese Böden werden bindiger und können besser Wasser halten und Nährstoffe speichern. Dadurch wird der Boden fruchtbarer. Besonders Starkzehrer wie Rosen und Obstgehölze gedeihen auf mit Bentonit verbesserten Böden wesentlich besser. Eine preiswertere Alternative ist Katzenstreu aus reinem Bentonit für ca 8€.

Quitten ernten

Ab Ende September beginnt die Quittenernte. Ob die Früchte pflückreif sind, erkennt man leicht: Ändert sich die Fruchtfarbe von Goldgelb nach Zitronengelb, muss man ernten. Die steinharten Früchte lässt man im Haus zwei bis vier Wochen nachreifen und verarbeitet sie dann zu Gelee, Saft oder Konfitüre. Wer einen Quittenbaum im Garten pflanzen möchte, wartet damit bis zum Frühjahr, denn die jungen Bäume sind frostgefährdet.

Petersilie jetzt aussäen

Die Aussaat von Petersilie ist im Spätsommer günstiger als im Frühjahr. Der Boden ist jetzt noch erwärmt, sodass sich die Keimdauer von fünf Wochen auf zwei bis drei Wochen reduziert. Säen Sie nur frischen Samen aus. Schon nach zwei Jahren verliert er seine Keimkraft. Säen Sie Petersilie frühestens nach drei bis vier Jahren wieder auf das gleiche Beet.

Wellpappe-Gürtel und Nematoden gegen Wickler

Die Raupen des Apfel- und Pflaumenwicklers verlassen bald die Früchte, um sich ein Überwinterungsquartier unter der Rinde der Obstbäume zu suchen. Falten Sie breite Streifen aus Wellpappe mit der gerillten Seite nach innen und binden Sie diese mit einem Bindfaden rund um die Stämme. Die Tiere verstecken sich dann in den Papprillen statt unter der Rinde und können mitsamt der Pappe abgesammelt werden. Nach der Apfelernte können zur biologischen Bekämpfung Nematoden (Steinernema feltiae) eingesetzt werden.

Rasen 

Jetzt ist der optimale Zeitpunkt für eine Rasenaussaat. Spezieller Rasendünger macht den Rasen fit für den Winter.

Allgemein 

Zur Vermehrung von Lilien die Brutzwiebeln abnehmen und direkt 2-4 cm in die Erde setzen. Jetzt ist ein guter Termin Clematis und Pfingstrosen zu setzen. Bodendecker wie Frauenmantel und Elfenblume können jetzt geteilt und zurückgeschnitten werden. Die im Boden auftretenden Larven des Dickmaulrüsslers und Gartenlaubkäfers lassen sich jetzt noch mit Nematoden biologisch bekämpfen. Blühende Unkräuter und Pflanzen mit Wurzelausläufern gehören nicht auf den Kompost


Quelle: http://www.kgv-hellersiedlung.de/5.html